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Parkchaos in Geesthacht: Verschiebt die Stadt nur das Problem?

Die Parkplatzsituation in unseren Wohngebieten sorgt aktuell für viel Diskussionsstoff. Um den Durchfluss für Rettungskräfte und Entsorgungsfahrzeuge zu sichern, hat die Stadtverwaltung bereits in mehreren Straßen (u.a. Gorch-Fock-Weg, Hudehof, Altonaer Ring) neue Halteverbote und Einbahnstraßenregelungen eingeführt. Weitere Maßnahmen könnten folgen.

​Unsere Position als Bürger für Geesthacht (BfG):

Wir sehen diese Entwicklung kritisch. Einfache Verbote lösen die Ursache nicht, sondern verlagern das Parkproblem oft nur in die angrenzenden Straßen.
​Die Kernpunkte der Kritik:
​Planungsfehler der Vergangenheit: In Gebieten wie der Matthias-Claudius-Straße stehen beispielsweise 110 Wohneinheiten nur 60 private Stellplätze gegenüber. Dass eine klare Stellplatzsatzung erst 2022 erlassen wurde, rächt sich nun im Bestand.
​Praxisferne Straßenbreiten: Markierungen suggerieren oft Parkmöglichkeiten, lassen in der Mitte aber nur etwa 2,60 m bis 2,70 m Platz – zu wenig für einen sicheren Verkehrsfluss zwischen den Außenspiegeln.

​Unstimmigkeiten bei der Müllabfuhr:
Es ist auffällig, dass kostenpflichtiger Restmüll oft trotz Engpässen abgeholt wird, während gelbe oder blaue Tonnen stehen bleiben – und das bei identischen Fahrzeuggrößen.

​Alternative Lösungsansätze:

Statt pauschaler Verbote fordern wir verstärkte Kontrollen von in den Straßenraum ragendem Bewuchs und konsequentes Vorgehen gegen Falschparker in Wendebereichen.

​Wie erlebt ihr die Situation in eurer Straße? Sind die neuen Schilder eine Hilfe oder machen sie die Suche nach einem Parkplatz nur noch schwieriger? Schreibt es uns in die Kommentare!

Siehe auch: Geesthacht: Parken in Wohngebieten – „Halteverbote verschieben das Problem nur“

Ein Kommentar

  • Pascal

    Feedback zur aktuellen Park- und Verkehrssituation
    Das Problem ist ziemlich vielschichtig – eine einfache Lösung kann und wird es nicht geben. Dennoch möchte ich gerne eine Rückmeldung aus meiner Sicht geben.

    Die neuen Schilder:
    Ihr fragt: „Sind die neuen Schilder eine Hilfe oder machen sie die Suche nach einem Parkplatz nur noch schwieriger?“

    Meine Antwort: Beides! Die Änderungen (Einbahnstraßen und Halteverbote) sind meines Erachtens in der aktuellen Situation die einzige Möglichkeit, eine sichere Durchfahrt für Rettungsfahrzeuge, die Müllabfuhr o. ä. zu gewährleisten. Auch die Gefahr für beispielsweise Radfahrer im Allgemeinen, aber insbesondere für Schulkinder, ist zum Teil dramatisch.
    Beispiel Mühlenstraße: Eine Seite ist grundsätzlich komplett zugeparkt; bei ständigem Gegenverkehr können Autofahrer Radfahrer kaum sicher überholen.
    Aber klar ist: Geparkt wird dann woanders.

    Stellplatzsatzung
    Klar, man hätte in der Vergangenheit bereits die Satzung anpassen und damit mehr Stellplätze bei Neubauten einfordern können. Unabhängig von der Frage, ob man eine Stadt unbedingt um Autos herum oder eher für den Menschen planen möchte – eine Frage, die jeder nur für sich selbst beantworten kann –, zeigt ein Blick in meine Nachbarschaft das Problem:

    Nachbar 1: 2 Personen, 3 Pkw, 1 Anhänger

    Nachbar 2 + 3: Jeweils 2 Personen, jeweils 1 Pkw und ein Wohnmobil

    Nachbar 4: 2 Personen, 1 Pkw, ein Anhänger

    Nachbar 5: Besitzt einen Pkw (Wert > 70.000 €), verzichtet aber aus Kostengründen auf die Anmietung eines vorhandenen Tiefgaragenstellplatzes für 60€/Monat im Mehrfamilienhaus.

    Meines Erachtens kann keine Stellplatzquote dieses Fahrzeugaufkommen im öffentlichen Raum stemmen. Die bestehenden Straßen können diese Menge schlicht nicht aufnehmen. Im Bestand lassen sich Straßen und Parkflächen auch i.d.R. nicht deutlich erweitern.

    Aber kann es Aufgabe der Stadt oder der Verwaltung sein, für jeden die Möglichkeit zu schaffen, beliebig viele und große Fahrzeuge im öffentlichen Raum abzustellen? Meiner Meinung nach nicht.

    Lässt sich die Menge der Fahrzeuge reduzieren?
    Kurzfristig sicherlich nicht, aber es muss das Ziel sein. Die Menge an KfZ im öffentlichen Raum hat nicht nur in Geesthacht ein Ausmaß angenommen, das sowohl den Verkehrsfluss als auch die Lebensqualität beeinträchtigt.

    Insbesondere bei meinen jüngeren Kollegen lässt sich aber auch ein Trend erkennen: Das Auto als Statussymbol hat ausgedient, viele besitzen gar keines mehr und wollen das auch nicht. Carsharing, ÖPNV usw. sind dort viel weiter verbreitet als in der Generation 50+. Das passt nicht für alle und wird es auch nie – aber der Trend lässt sich verstärken: Ein besserer ÖPNV ist dafür Pflicht! Solange es aber bei jeder Maßnahme, wie dem Bahnanschluss, derartigen Widerstand gibt (wie heutzutage eigentlich gegen jedes Projekt, weil jeder nur seinen persönlichen Vor- oder Nachteil sucht), wird leider auch das schwer.

    Gerne wird dabie dann ja auch vorgerechnet, dass sich ein Bahnanschluss finanziell nicht rechne – wie sich die Straßen finanziell rechnen fragt sich dabei selten jemand. Oder möchten wir alle noch eine Maut einführen?

    Konsequenteres Vorgehen gegen Falschparker?
    Absolut! Mittlerweile passiert es im Innenstadtbereich regelmäßig, dass die eigene Einfahrt teilweise bis zur Hälfte zugeparkt wird. Spricht man die Leute darauf an, erntet man oft dumme Kommentare statt Einsicht.

    Habe ich was vergessen? Bestimmt 😉

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